Neue Buchtipps


Khaled Hosseini
Drachenläufer

Roman, 385 Seiten

 

Spannend, beeindruckend und bedrückend

Afghanistan Mitte der Siebziger Jahre: Der zwölfjährige Amir wächst gemeinsam mit dem gleichaltrigen Hassan auf, dessen Vater der Diener von Amirs Vater ist. Hassan ist Amirs ergebener Freund, der buchstäblich alles für ihn tut. "Für Dich tausendmal." sagt er, worum Amir ihn auch immer bittet.
Doch der Drachenwettbewerb, bei dem Hassan seinem Freund loyal wie immer zur Seite steht, wird zum schrecklichen Verrat an der Freundschaft der beiden Jungen.

"Drachenläufer" ist kein Buch über Afghanistan. Der Roman erzählt die Geschichte einer Freundschaft und eines beschämenden Verrats, und gibt gleichzeitig tiefe und bedrückende Einblicke in die Geschichte und das seit Jahrzehnten andauernde Leid der afghanischen Bevölkerung. Ein beeindruckendes Buch und eine Bereicherung für jeden Bücherschrank.


Oliver Pötzsch
Die Henkerstochter

Historischer Roman, 512 Seiten

 

Spannender historischer Roman

Im bayrischen Schongau haben die Menschen gerade erst den Dreißigjährigen Krieg überstanden, als ein starbender Junge aus dem Fluss gezogen wird. Ihm wurde eine seltsame Tätowierung beigebracht, die die aufgebrachten Schongauer Bürger an Hexenwerk glauben lässt. Die Schuldige ist schnell gefunden: die Hebamme des Dorfes soll die Hexe sein. Doch der Henker glaubt nicht an ihre Schuld und beginnt, gemeinsam mit seiner Tochter und dem Stadtmedikus, eigene Nachforschungen anzustellen.

Oliver Pötzsch stellt mit seinem Debüt "Die Henkerstochter" einen gut recherchierten und spannenden historischen Roman vor. Kein Epos, sondern eher ein Krimi vor historischem Hintergrund, flüssig und schnörkellos geschrieben, und vor allem sehr angenehm zu lesen.


Simon Beckett
Die Chemie des Todes

Thriller, 432 Seiten

 

Klassischer und äußerst spannender Thriller

David Hunter galt als der beste Rechtsmediziner Englands, bis er bei einem Unfall seine Frau und seine Tochter verlor. Er beschließt, fortan in einem abgeschiedenen kleinen Dorf als Allgemeinmediziner für den dortigen Landarzt zu arbeiten. Doch schon bald wird der Forensiker wieder mit dem Tod konfrontiert. Als eine in dem Dorf ansässige Schriftstellerin ermordet aufgefunden wird, überschlagen sich die Ereignisse, in deren Zentrum immer mehr David Hunter selbst zu stehen scheint.

Simon Beckett liefert mit Die Chemie des Todes ein klassisches und zugleich erstklassiges Krimi-Debüt. Ein Thriller, den man besten Gewissens als uneingeschränkt lesenswert empfehlen kann. Allerdings sollte man nicht allzu schwache Nerven haben und in der Lage sein, die äußerst plastischen und detailreichen Tatortbeschreibungen zu verkraften.